Interreligiöser Frauendialog
26 März|19:00 - 21:00

SchneiderPodiumsdiskussion
Interreligiöser Frauendialog
Datum Donnerstag, 26. März 2026
Uhrzeit 19:00-21:00 Uhr
Ort Missio Tagungs- und Gästehaus
Moderation Kirchenrätin Mirjam Elsel (Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern)
Grußworte Dr. Corina Toledo, Dr. Susanne Pfisterer-Haas, Sr. Susanne Schneider
Referentinnen Hiltrud Schönheit, Gönül Yerli, Gabriela Schneider
Musikalische Begleitung Roberta Ragonese
Was haben Religion, Macht und Geschlechtergerechtigkeit miteinander zu tun?
Und welche Rolle spielen Frauen in den großen monotheistischen Religionen – gestern, heute und morgen?
Der interreligiöse Frauendialog eröffnet seit 2016 einen einzigartigen Raum, in dem Frauen aus Judentum, Christentum und Islam ihre religiösen Erfahrungen, theologischen Perspektiven und gesellschaftlichen Realitäten miteinander teilen. Entstanden im Rahmen des Augsburger Hohen Friedensfestes und initiiert von Dr. Corina Toledo (frau-kunst-politik e. V.), ist aus einer einmaligen Begegnung ein nachhaltiger Dialogprozess gewachsen, der bis heute an Aktualität und gesellschaftlicher Relevanz gewinnt.
Der interreligiöse Frauendialog versteht sich als Einladung zum Zuhören, Mitdenken und Mitgestalten – und als Prozess für die Zukunft religiösen Zusammenlebens in einer pluralen Welt.
Im Zentrum der Veranstaltungsreihe stehen...
… grundlegende Fragen nach religiöser Deutungshoheit, historisch gewachsenen Machtstrukturen und der Sichtbarkeit weiblicher Stimmen in Theologie, Ritual und religiöser Praxis. Der Dialog macht deutlich: Frauen waren und sind tragende Akteurinnen religiöser Traditionen – auch wenn ihre Beiträge über Jahrhunderte marginalisiert oder systematisch ausgeblendet wurden. Die Veranstaltungsreihe lädt dazu ein, Religion nicht als starres Erbe zu begreifen, sondern als lebendigen, wandelbaren Raum, der sich im Dialog mit feministischen, transkulturellen und interreligiösen Perspektiven neu erschließen lässt. Kunst, Wissenschaft, persönliche Erfahrungen und theologische Reflexionen treten dabei in einen offenen Austausch – jenseits dogmatischer Grenzen und festgeschriebener Rollenbilder.
Wir laden Sie ein, aktiv mit zu reflektieren, sich auf der Suche nach Antworten zu begehen:
- Sind die monotheistischen Weltreligionen, Judentum, Christentum und Islam ihrem Wesen nach Männerreligionen – oder wurden sie historisch dazu gemacht?
- Welche Macht haben religiöse Bilder, Sprache und Symbole für unser Welt- und Menschenbild?
- Wie können Frauen religiöse Traditionen heute aktiv mitgestalten, statt nur Teilnehmende zu sein?
- Welches friedensstiftende Potenzial entfalten Religionen, wenn Geschlechtergerechtigkeit ernst genommen wird?
- Und welche neuen Visionen von Spiritualität, Ethik und Zusammenleben entstehen, wenn weibliche Deutungen sichtbar werden?
- Warum wurden Frauen in Judentum, Christentum und Islam über Jahrhunderte gehört, aber nicht ernst genommen?
- Ist Feminismus ein Angriff auf Religion – oder ihre längst überfällige Erweiterung?
- Warum lösen weibliche Gottesbilder bis heute Angst, Widerstand oder Tabus aus?
- Kann Religion Frieden stiften, solange religiöse Macht männlich monopolisiert bleibt?
- Welche verdrängten Geschichten, Erfahrungen und spirituellen Wissensformen warten darauf, gehört zu werden?
- Und wie sähe eine religiöse Kultur aus, in der Gleichberechtigung, Vielfalt und Verantwortung nicht verhandelt, sondern selbstverständlich sind?
Mirjam Elsel, Pfarrerin, Beauftragte für interreligiösen Dialog der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
Studiert hat Frau Elsel kath. Theologie (Diplom), Spanisch, Betriebswirtschaft und Andragogik. Beruflich war sie Referentin für entwicklungspolitische Bildung und Bolivienpartnerschaft in Trier, hat dann selbstständig als Beraterin für entwicklungspolitische Bildung gearbeitet und in Bamberg die interreligiöse Fraueninitiative aufgebaut. Nach ihrer Konversion hat sie das Vikariat in Hallstadt abgelegt und war als Gemeindepfarrerin in Hirschaid-Buttenheim, als Koordinatorin für die Flüchtlingsarbeit und als Referentin der Evangelischen Erwachsenenbildung im Dekanatsbezirk Bamberg tätig. Seit Ende 2022 ist sie die Beauftragte für interreligiösen Dialog der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. Und damit u. a. zuständig für die Ausbildung von Multiplikator:innen der interreligiösen Begegnung, die Beratung von interreligiösen Initiativen und sie ist die Nicht-christliche Sprecherin des Islamforum Bayerns. Sie ist Trägerin des Preises für Bürgerschaftliches Engagements der Bayerischen Staatsregierung, des Preises für Zivilcourage der Stadt Bamberg und des Dialogpreises von IDIZEM. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Dr. Susanne Pfisterer-Haas, evangelische
Dekanatsfrauenbeauftragte
Dr. Susanne Pfisterer-Haas, von Beruf klassische Archäologin, seit vielen Jahren ehrenamtlich evangelische Dekanatsfrauenbeauftragte. Ich stamme aus dem liberalen Baden und konnte seit meiner Kindheit unterschiedliche religiöse und weltanschauliche Erfahrungen sammeln. Der interreligiöse Dialog liegt mir besonders am Herzen.
Gönül Yerli, Vizedirektorin der Islamischen Gemeinde Penzberg
Die Religionspädagogin ist seit 2005 Vizedirektorin der Islamischen Gemeinde Penzberg und zuständig für den interreligiösen Dialog. Sie absolvierte katholische Theologiekurse an der Domschule Würzburg und den Master „Interreligiöser Dialog“ an der Donau-Universität Krems. Für ihre Masterarbeit und ihr Engagement wurde sie 2018 mit dem Manfred Görg-Sonderpreis ausgezeichnet. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Münchner Lehrhauses, im Vorstand des Hauses der Kulturen und Religionen sowie Fachbeirätin der Münchner Volkshochschule. Als Referentin bietet sie Vorträge, Seminare und Führungen an.
Bild ©Islamischen Gemeinde Penzberg
Hiltrud Schönheit, Juristin, Vorsitzende des Katholikenrates in der Region München
Juristin, runach kurzer anwaltlicher Tätigkeit, den Geburten von drei Kindern und mehreren Umzügen aus ihrem Beruf immer stärker in kirchliches Ehrenamt hinein. Hier ist ihr besonders als Vorsitzende des Katholikenrates der Region München, aber auch in unterschiedlichen Funktionen von verschiedenen kirchlichen Vereinen und Verbänden, die Notwendigkeit von transparenten, demokratischen und sich gegenseitig kontrollierenden Strukturen immer bewusster geworden.
Gabriela Schneider, Gemeinderätin der Liberalen Jüdischen Gemeinde München Beth-Shalom e. V
Gabriela Schneider ist eine engagierte Vertreterin der Liberalen Jüdischen Gemeinde München Beth Shalom. In ihrer Funktion als Mitglied des Gemeinderats bzw. Vorstands wirkt sie aktiv an der Gestaltung jüdischen Gemeindelebens mit und vertritt die Gemeinde in öffentlichen und interreligiösen Zusammenhängen.
Ein besonderer Schwerpunkt ihres Engagements liegt im interreligiösen Dialog sowie im Einsatz für ein respektvolles, solidarisches Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft. Als Mitglied des Rats der Religionen München bringt sie jüdische Perspektiven in den Austausch zwischen Religionsgemeinschaften ein und setzt sich für demokratische Werte, gesellschaftliche Verantwortung und gegenseitige Anerkennung ein.
Darüber hinaus beteiligt sich Gabriela Schneider an Gedenk- und Erinnerungsprojekten, die jüdische Geschichte sichtbar machen und zur aktiven Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart beitragen. Ihr Wirken verbindet religiöse Praxis, gesellschaftliches Engagement und dialogische Offenheit und steht exemplarisch für ein zeitgenössisches, liberales jüdisches Selbstverständnis.
Dr. Corina Toledo, Vorstandsvorsitzende FKP e.V.
Corina Toledo ist Politikwissenschaftlerin, Frauenrechtlerin und Menschenrechtsaktivistin. Sie engagiert sich für Antirassismus, Gleichstellung und die Selbstbestimmung von Frauen – insbesondere im Kontext migrantischer Lebensgeschichten. Künstlerisch tritt sie unter dem Namen Coto auf: als Gestalterin, inspirierende Persönlichkeit und unverwechselbare Stimme mit transkulturellem Blick. In ihren Projekten schafft Coto Räume, in denen sich Menschen und Kulturen begegnen können. Sie entwickelt Bildwelten, die transkulturelle Geschichten erzählen und weit über das Sichtbare hinausweisen. Ihre Werke wirken wie leise, intensive Dialoge zwischen Farbe, Form und Gefühl – jenseits von Zeit und Raum.Ein zentraler Bestandteil ihres Schaffens ist der feministische Blick: Coto macht weibliche Perspektiven sichtbar, öffnet Räume für Selbstbestimmung und legt verborgene Narrative frei, die in gesellschaftlichen Bildern oft unsichtbar bleiben. In ihren Arbeiten hinterfragt sie tradierte Rollenbilder und stellt der Reduktion weiblicher Identitäten kraftvolle, vielschichtige Ausdrucksformen entgegen. Kunst wird für sie so zum Medium des Empowerments – für Frauen, für marginalisierte Stimmen und für alle, die neue Formen des Sehens suchen. Ihr Stil vereint internationale Erfahrung, ausdrucksstarke Farbkompositionen und eine klare, zeitgemäße Formensprache zu einer unverwechselbaren Leichtigkeit. So entstehen Werke, die das Außergewöhnliche sichtbar und erlebbar machen – in München und weit darüber hinaus. In München verwurzelt und in der Welt zuhause, verbindet Coto künstlerische Sensibilität mit mutigem Gestaltungswillen – und schafft Momente, die bleiben.
Roberta Ragonese
Künstlerische Leitung, Konzept, Choreografie, Performance
Roberta Ragonese ist eine interdisziplinäre Künstlerin, Choreografin und Performerin aus Palermo. Ihre Praxis verbindet Tanz, Stimme, Text, Musik, Bildende Kunst und Raum. Ausgebildet in Kunst und Architektur sowie in zeitgenössischem Tanz, Ballett, Flamenco, Hip-Hop, Tango Argentino und Gesang, entwickelt sie spartenübergreifende, oft partizipative Performances auf Basis intuitiv-visuellen Denkens.
2025 wurde ihr Projekt MIGRA – Migrantin der Identität vom Kulturreferat München gefördert. Sie arbeitet mit verschiedenen Ensembles und Institutionen, choreografierte 2024 die Kinderoper Barbier von Sevilla beim Immling Opernfestival und unterrichtet kreativen Tanz. Zudem ist sie Design-Direktorin bei WOU-Design München.
www.pajarita.de
Kooperationspartner