Vivi – I’m Alive
28 Mai|19:00 - 21:00

Filmvorführung mit Diskussion
„Vivi – I’m Alive“
Datum Donnerstag, 28. Mai 2026
Uhrzeit 19:00 – 21:00 Uhr
Ort Amerikahaus
Begrüßung Dr. Markus Faltermeier, Amerikahaus
Leitung Dr. Corina Toledo, Erste Vorstandsvorsitzende FKP e.V.
Mitwirkende Esperanza Rivera Vollmer, Vivi Luisa Charlotta Haggren, Katharina Müller
In Kooperation mit dem Amerikahaus
Der Dokumentarfilm „Vivi – I’m Alive“ (25:50 Minuten) ist ein Porträt von Vivi Luisa Charlotta Haggren, einer 52-jährigen Frau. Sie wurde 1974 von einem schwedischen Paar adoptiert. Doch die Adoption hat sich als unrechtmäßig erwiesen. Eltern wie Adoptivkind wurde klar: Viví ist eines der 20.000 bis zu 50.000 Babys und Kinder, die in Chile während der Pinochet-Diktatur (1973–1990) ihren Müttern unter Vorspiegelung falscher Gründe systematisch weggenommen und zur Adoption – oft ins Ausland – freigegeben wurden.
Vivi Luisa Charlotta Haggren, Protagonistin
„Ich möchte mehr über meine Herkunft und meine Wurzeln erfahren. Das ist mir jetzt, nachdem meine Adoptiveltern verstorben sind, noch wichtiger geworden.
Die gemeinsame Arbeit an diesem Film mit meinem Vater und Esperanza bedeutet mir sehr viel. Ich möchte vermitteln, wie es für mich war, in Schweden adoptiert zu werden. Ich möchte zeigen, wie es ist, mit Rassismus, Unsicherheit, Freude, Trauer und Liebe konfrontiert zu sein. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass dies meine persönliche Perspektive ist. Ich kann nicht für alle Adoptierten sprechen. Dies ist meine Geschichte und meine Erfahrungen, die ich im Laufe meines Lebens gemacht habe.“
Esperanza Rivera Vollmer, Filmproduzentin
„Der Verein frau-kunst-politik e.V. ist die perfekte Brücke, um das Thema der irregulären Adoptionen in Chile, über das zu lange geschwiegen wurde, einem deutschen Publikum näherzubringen. Der Film ist ein künstlerisch gestaltetes Zeitdokument über Machtmissbrauch, Menschenrechtsverletzungen und die langfristigen Folgen für eine Frau mit schwedischer Identität auf der Suche nach ihren indigenen Wurzeln und ihrer biologischen Mutter, die sie höchstwahrscheinlich nicht freiwillig abgegeben hat. Für ein deutsches Publikum eröffnet der Film Einsichten in koloniale Machtasymmetrien und in aktuelle Debatten über Erinnerung, Verantwortung und Aufarbeitung, die vor allem in unseren Zeiten brandaktuell sind.
Ich bin selbst migrantische Frau und bringe eine bikulturelle, erfahrungsbasierte sowie feministische Perspektive in die filmische Arbeit ein. Als Produzentin und Regisseurin habe ich sensibel mit der Biografie meiner Protagonistin gearbeitet und sichergestellt, dass ihre Geschichte authentisch abgebildet wird.
Der Film ergänzt das Programm von frau-kunst-politik e.V. durch eine politisch relevante und emotional berührende Auseinandersetzung mit Themen wie die Sichtbarmachung marginalisierter Frauenstimmen, kritische Erinnerungspolitik und die Förderung transformativer Diskurse. Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, den Film im Rahmen des Vereinprogramms zu zeigen und die anschließende Debatte gemeinsam mit dem Publikum zu führen.“
Bildcredits: Lena Graef
Lisa Gauffin Dahlin
„Lisa Gauffin Dahlin, 31 Jahre alt, schwedische Menschenrechtsanwältin und Mitarbeiterin von Amnesty International. Seit 2020 bei Chileadoption.se tätig, wo sie sich mit rechtlichen, politischen und übersetzungstechnischen Fragen befasst, um aus Chile adoptierte Menschen bei ihrer Suche nach Identität und Gerechtigkeit zu unterstützen. Sie ist auch Komponistin des Songs „Imperdonable“, der die Geschichte einer getrennten Mutter und ihres Kindes erzählt und den Schmerz derjenigen widerspiegelt, denen ihre Kinder weggenommen wurden. Durch diese Arbeit entstand ein tieferes Engagement für das Thema, und vor etwa zwei Jahren begann die Zusammenarbeit mit Vivi. Gemeinsam konzentrieren sie sich darauf, die Wahrheit hinter ihrer Adoption aufzudecken – sowohl rechtlich als auch persönlich – und zu verstehen, was wirklich passiert ist.“