Solidaritätsaktion
21 November|16:00 - 18:00

„Frauenräume schaffen, Wandel gestalten“!
Solidaritätsaktion
Datum Samstag, 21. November 2026
Uhrzeit 16:00 – 18:00 Uhr
Ort Odeonsplatz
Leitung Katrin Richthofer
Grußwort Dr. Corina Toledo
Redebeiträge Gülseren Demirel, MdL und Schirmpatin FKP e.V. 2026, Fadumo Korn, Lida Zarif, Maria Virginia González Romero, Dr. Ralph Neubert, Lukas Bauser – Team PEERS München – Gemeinsam für Gleichberechtigung!
Redebeitrag und Musikalische Begleitung: Jiréh Emanuel Morgen e. V
Musik-Performance Drumadama und griechischer Chor mit feministischen Liedern
Kommt mit uns auf die Straße.
Heben wir unsere Stimmen – für all jene, die zum Schweigen gebracht wurden. Setzen wir ein sichtbares, kraftvolles Zeichen gegen Gewalt und Angst – für eine Gesellschaft, in der Frauen und Mädchen sicher leben können.
Mit unserer Solidaritätsaktion auf dem Odeonsplatz – begleitet von typischen Heißgetränken aus verschiedenen Ländern und Plakaten, die die Zahl der dort ermordeten Frauen sichtbar machen – schaffen wir einen Raum des Gedenkens, der Aufklärung und des kollektiven Widerstands. Wir haben den Mut, die Ursachen von Gewalt klar zu benennen – und den Mut, nicht wegzusehen.
„Frauenräume schaffen, Wandel gestalten“!
Kunst ist dabei kreative Widerstandsform und Motor für einen transkulturellen Dialog. Denn eines ist klar:
Feminizide und Gewalt gegen Frauen entstehen nicht im luftleeren Raum.
Sie sind Ausdruck tief verankerter Machtverhältnisse und sozialer Strukturen, die Männer historisch dominiert haben und die bis heute vielfach wirksam sind. In Familien, kulturellen und religiösen Kontexten wie auch in staatlichen Institutionen werden Frauen und Mädchen noch immer kontrolliert, benachteiligt oder zum Schweigen gebracht. Selbst dort, wo Gesetze Gleichberechtigung versprechen, bleibt ihr Schutz oft brüchig – die Lücke zwischen Recht und Realität ist schmerzhaft und für viele tödlich.
Gewalt gegen Frauen ist ein strukturelles Problem. Sie wird überwiegend von Männern ausgeübt, getragen von Rollenbildern, die Dominanz, Kontrolle und Schweigen legitimieren.
Doch Verantwortung tragen nicht nur die Täter. Auch das Umfeld – das Schweigen, das Relativieren, das Wegsehen – stabilisiert jene Muster, die Gewalt ermöglichen. Geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen heißt deshalb auch: patriarchale Vorstellungen von Männlichkeit kritisch zu hinterfragen und Männer als aktive Verbündete in die Verantwortung zu nehmen.
Wie ein mahnendes Echo führt Margaret Atwoods „Die Geschichte der Magd“ vor Augen, wohin gesellschaftliche Gleichgültigkeit führen kann: Kontrolle über Körper, Einschränkung von Rechten, religiöse und politische Legitimation von Unterdrückung. Jede Gesellschaft, die Gewalt hinnimmt, nähert sich diesem Szenario.
Unsere Antwort darauf ist eindeutig: Aufklärung, Solidarität und beharrlicher Widerstand – heute und jeden Tag. Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, sagen wir gemeinsam: Es reicht. Wir fordern...
… konsequente Strafverfolgung, wirksamen Schutz für Betroffene, eine Bildung, die stereotype Rollenbilder hinterfragt, und Männer, die Verantwortung übernehmen, widersprechen und aktiv gegen Sexismus und Gewalt eintreten.Strukturelle Gewalt zeigt sich besonders schmerzhaft dort, wo staatliche Institutionen versagen: wenn Anzeigen bagatellisiert, Betroffene beschämt und Täter geschützt werden. Ein Staat, der Unversehrtheit garantieren sollte, wird so zum Teil des Problems.
Das Recht auf ein Leben frei von Angst bleibt für viele Frauen unerfüllt.
Feminizid ist nicht der Bruch mit der Ordnung – er offenbart die Ordnung selbst.
Unsere Aktion möchte feministischen Widerstand sichtbar machen, Kunst und Wissen verbinden und aus dem Mut der Betroffenen und Aktivistinnen, Aktivisten lernen. Wir laden alle ein, Verantwortung zu übernehmen – im eigenen Umfeld wie im öffentlichen Raum. Solidarität bedeutet Handeln:
-Schutzräume sichern und Beratungsstellen stärken
-Sexistische Sprache und Schuldzuweisungen konsequent zurückweisen
-Die Umsetzung der Istanbul-Konvention einfordern
-Praktische Unterstützung leisten – durch Engagement, Spenden oder das Bereitstellen sicherer Räume
„Feminizide benennen. Gewalt beenden.“
„Schweigen schützt Täter – Solidarität schützt Frauen.“
„Strukturen brechen – Frauen schützen.“
Solidarität heißt: zuhören, benennen, handeln – immer wieder.
Sollten Sie selbst von Gewalt betroffen sein:
Die Hilfetelefone „Gewalt gegen Frauen“ und „Gewalt an Männern“ beraten kostenfrei und anonym.
– Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ erreichen Sie unter 08000/116016, das Hilfetelefon „Gewalt an Männern“ unter 0800/123 9900.
– Auch der „Weisse Ring“ hilft Menschen, die Opfer von Gewalt und Kriminalität geworden sind. Sie erreichen den „Weissen Ring“ telefonisch unter 116 006.
– Krisendienst Bayern (landesweit): 0800 655 3000
– Soforthilfe für Erwachsene – Wenn Sie noch am selben Tag Hilfe brauchen!
Telefonseelsorge. Besonders wichtig ist der Datenschutz – alle Gespräche bleiben anonym. Telefon, im Chat oder per Mail 24 Stunden am Tag, kostenlos aus ganz Deutschland – Tel.: 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222
Web: www.telefonseelsorge.de
Gülseren Demirel, MdL
Gülseren Demirel, Landtagsabgeordnete für Münchens Süden, Sprecherin für Integration, migrationspolitische Sprecherin der grünen Fraktion. „Als migrationspolitische Sprecherin der Fraktion setze ich mich dafür ein, dass Menschen, die nach Deutschland kommen, gut integriert werden. Ich möchte, dass sie schnell arbeiten dürfen, sich hier wohlfühlen und gut aufgenommen werden. Dafür arbeite ich an Gesetzesvorschlägen im Landtag mit!“
Redebeitrag und Musik: Jiréh Emanuel Morgen e. V
Jireh Emanuel im Vostand vom Morgen e. V: Jiréh Emanuel, bekannt als JIREH, ist ein vielseitiger Künstler, Community-Organisator und Kunststudent an der Akademie der bildenden Künste in München. Sein Engagement in der Schwarzen Community, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit, ist beeindruckend. Er setzt sich leidenschaftlich für die Gleichstellung afrikanisch-stämmiger und Schwarzer Menschen in der Diaspora und in Afrika ein. Jiréh ist nicht nur ein Künstler, sondern auch ein engagiertes Vorstandsmitglied bei zwei wichtigen Organisationen: dem Netzwerk Münchner Migrantenorganisationen Morgen e.V. und dem Arbeitskreis Panafrikanismus München e.V. Seine Beteiligung an diesen Organisationen unterstreicht sein Streben nach sozialer Gerechtigkeit und Gleichstellung.
Maria Virginia Gonzalez Romero
Maria Virginia Gonzalez Romero – Dekoloniale Feministin. Mein Feminismus vereint die Stimmen schwarze Frauen, indigener Bewegungen, es ist ein antikoloniales Denken aus Abya Yala und der Karibe, Afrika und dem globalen Süden. https://visiones-ev.com/veranstaltungen/das-echo-der-diaspora/
Lida Zarif
Psychosoziale Beraterin im Refugio München / Stellvertreterin Vorsitzender Afghanische Frauen Verein in München, https://www.afm-ev.com/
Dr. Ralph Neuberth
Warum ich das Thema Gewalt an Frauen und Queeren wichtig finde
Als schwuler Mann in der katholischen Kirche war ich schon immer ein Kämpfer gegen Gewalt und Diskriminierung. Mein Leben lang verstehe ich mich als überzeugter Feminist, der gegen die (strukturelle) Gewalt gegen Frauen kämpft. Dazu braucht es Mut. Und eine meiner wichtigsten Fähigkeiten ist es, Mut zu machen.
Ralph Neubert wurde 1969 in Haßfurt am Main geboren. Von 1990-2000 studierte er Katholische Theologie an der LMU Würzburg und promovierte dort zum Thema: Demokratie im Volk Gottes. 1999-2008 war er Leiter der Landesstelle der Katholischen Landjugendbewegung Bayerns. Seit 2008 ist er Dozent am Institut für Jugendarbeit des Bayerischen Jugendrings im Fachbereich “Management und Führung”. Parallel dazu ist er seit 2000 freiberuflich tätig als Coach, Berater und Trainer.
Ehrenamtlich ist Ralph seit vielen Jahren engagiert in der Katholischen Jugendarbeit und beim BUND Bayern. Als Vorsitzender der SPD Ebersberg kandidiert er für den Stadtrat.
Bildnachweis: Stefan Brix
Moderation: Katrin Richthofer
Nach Ihrem Dokumentarfilmstudium an der Münchner Filmhochschule hat Katrin 22 Jahre dort gearbeitet – erst im Bereich Kamera, dann als Geschäftsführerin des Studienzentrums für Filmtechnologie. Über den Aufbau eines Nachhaltigkeitsnetzwerks Film tat sich als zweites Standbein das Thema “Green Shooting” auf – hier gibt sie europaweit Vorlesungen. Heute arbeitet sie – neben freiberuflichen Imagefilmaufträgen und Vorlesungen – mit einer halben Stelle im Bereich Ethik der evangelischen Landeskirche.
In Sachen “Scheidung mit Kindern” ist sie Profi: Von 2013 bis 2023 lebte sie mit ihren 3 Kindern und dem Exmann ein Nestmodell, während die mit der Wiederheirat 2015 dazugewonnenen 4 Stiefkinder im erweiterten Residenzmodell hauptsächlich bei der Mutter lebten.
Fadumo Korn, Nala e. V, Erste Vorstandsvorsitzende. Menschenrechtlerin, Autorin.
Fadumo Korn, ist gebürtige Somalierin, sie lebt seit 1979 mit ihrer Familie in München. Sie ist Übersetzerin und Autorin. Seit ihrer 2004 erschienenen Autobiografie „Geboren im großen Regen“ setzt sie sich vehement und unermüdlich gegen Genitalverstümmelung an Mädchen und Frauen ein. 2007 Förder preis Münchner Lichtblicke, 2011 Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland. Unter dem Motto Bildung statt Beschneidung gründete sie 2012 den Verein NALA e.V. 2020
startete sie eine Petition mit dem Ziel, die Thematik „Weibliche Genitalverstümmelung“ in der Aus- und Weiterbildung von
Ärzten, Juristen, Polizisten.
PEERS supported by Heroes
PEERS bildet Jungen* und junge Männer* mit Migrationszuschreibungen zwischen 15 und 21 Jahren in einer etwa einjährigen Ausbildung zu Multiplikatoren aus. Sie setzen sich dabei intensiv mit den Themen Identität, Ehre, Rollenbilder, Gewalt, Rassismus, Vorurteile und Gleichberechtigung auseinander. Nach Abschluss der Ausbildung können die Jugendlichen – unterstützt durch eine sozialpädagogische Fachkraft – in Schulen und Jugendeinrichtungen, Workshops zu den Themen Gewalt, Ehre, Diskriminierung und Gleichberechtigung für andere Jugendliche peer-to-peer anleiten.
PEERS kommt von peer-to-peer und beschreibt unseren Ansatz, in dem Jugendliche für Jugendliche Workshops anleiten.