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Antifeminismus – Frauen in rechtsextremen Ideologien und Parteien

14 Mai|19:00 - 21:30
Impulsvortrag mit Diskussion

Antifeminismus – Frauen in rechtsextremen Ideologien und Parteien

Datum Donnerstag, 14. Mai 2026
Uhrzeit 19:00-21:30 Uhr
Ort Fat Cat Black Box

Leitung
Dr. Corina Toledo, Erste Vorstandsvorsitzende FKP e.V.
Begrüßungsrede Stephan Dünnwald, Bellevue di Monaco
Referentin Gilda Sahebi
Moderation Naciye Özsu
Musik Lazy Maryam feat. Tina Menger
In Kooperation mit: Bellevue di Monaco und Münchner Bildungswerk. Mit Unterstützung von Fat Cat gGmbH
Welche sind die zentralen ideologischen Grundlagen des Rechtsextremismus? Welche Rolle spielen Frauen in rechtsextremen Strukturen? Sind sie nur „Anhängerinnen“ – die scheinbar harmlosen „Weichspülerinnen“, die die menschenverachtende Ideologie in die Mitte der Gesellschaft tragen – oder sind sie aktive Trägerinnen und Multiplikatorinnen, die dem Rechtsextremismus ein vermeintlich harmloseres Gesicht verleihen und so dessen gesellschaftliche Verankerung und die Bedrohung für die Demokratie verstärken? 
In unserer Veranstaltung wollen wir untersuchen, welche Funktionen Antifeminismus erfüllt, wie er als „Brückenideologie“ zwischen konservativen und rechtsextremen Strömungen wirkt und warum er nicht nur Frauen, sondern die offene Gesellschaft insgesamt gefährdet.
Besonders deutlich zeigt sich die zerstörerische Wirkung bei Migrantinnen, die gleich mehrfach betroffen sind: als Frauen und als Menschen mit Migrationsgeschichte. Antifeministische Narrative verschränken sich hier oft mit rassistischen und fremdenfeindlichen Vorstellungen.  Migrantinnen werden einerseits unsichtbar gemacht und aus gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen, andererseits gezielt instrumentalisiert – zum Beispiel indem ihre vermeintliche „Unterdrückung“ als Beweis für die Überlegenheit einer „westlichen Kultur“ missbraucht wird. Statt echter Gleichberechtigung geht es dabei um Abwertung, Kontrolle und Ausschluss ganzer Communities. 
Wir laden herzlich ein, diese Fragen gemeinsam zu diskutieren: Welche Rolle spielen antifeministische Narrative bei der Normalisierung rechter Ideologien? Wie wirken sie in sozialen Medien oder in neuen Siedlungsbewegungen? Welche Verantwortung tragen wir alle, um antifeministischen und rassistischen Erzählungen entgegenzuwirken? 
Und vor allem: Welche Strategien können wir entwickeln, um demokratische Werte wie Vielfalt, Respekt und Gleichheit zu verteidigen und progressive Gegenentwürfe zu stärken? Gemeinsam möchten wir Antworten finden, Erfahrungen austauschen und konkrete Handlungsmöglichkeiten entwickeln.
Analyse einiger Fragen, auf die eingehen möchten: 
Ø  Wie wirkt sich die doppelte Diskriminierung auf Migrantinnen aus, die sowohl als Frauen als auch als Menschen mit Migrationsgeschichte abgewertet werden? 
Ø  In welcher Weise verbinden sich antifeministische Narrative mit rassistischen und fremdenfeindlichen Vorstellungen – und welches Bild von Migrantinnen entsteht dadurch? 
Ø  Wie und warum werden Frauen mit Migrationsgeschichte in rechtsextremen Diskursen instrumentalisiert? 
Ø  Welche Folgen hat die Unsichtbarmachung von Migrantinnen, die sich politisch oder gesellschaftlich engagieren, während rechtsextreme Strömungen ein Bild „traditioneller deutscher Frauen“ propagieren? 
Ø  Wie schränkt Antifeminismus die gesellschaftliche Teilhabe von Migrantinnen ein – insbesondere in Bezug auf Führungsrollen und politische Mitsprache? 
Ø  Welche Gefahren entstehen durch die Allianz von Antifeminismus und Rassismus für Migrantinnen und für die demokratische Gesellschaft insgesamt?
Gilda Sahebi
Gilda Sahebi
Gilda Sahebi ist ausgebildete Ärztin und studierte Politikwissenschaftlerin. Ihr journalistisches Volontariat absolvierte sie beim Bayerischen Rundfunk, als freie Journalistin arbeitet sie mit den Schwerpunkten Innen- und Außenpolitik, autoritäre Systeme und Polarisierung. Sie ist Autorin für die »taz« und den »Spiegel« und arbeitet unter anderem für die ARD. Ihre Bücher »Unser Schwert ist Liebe« Die feministische Revolte im Iran“ und „Wie wir uns Rassismus beibringen. Eine Analyse deutscher Debatten“ erschienen 2023 und 2024 beim S. Fischer Verlag. Ihr aktuelles Buch „Verbinden statt spalten. Eine Antwort auf die Politik der Polarisierung“ erschien im September 2025. Gilda Sahebi lebt in Berlin.
Naciye Özsu
Naciye Özsu
Naciye Özsu ist Redakteurin und politische Beraterin. Die Diplom-Designerin mit den Schwerpunkten Kunst und Film verfügt über langjährige Erfahrung in verschiedenen Redaktionen. Ihr Weg verbindet journalistische Erfahrung mit einem feinen Gespür für gesellschaftliche Zusammenhänge und politische Teilhabe.
Ein wichtiger Bezugspunkt ist der Verein frau-kunst-politik e.V., der Frauen-Empowerment und Völkerverständigung in den Mittelpunkt stellt. Dort entstehen Projekte, die Kunst und Politik miteinander verknüpfen und Räume für Begegnung und Austausch eröffnen. Naciye Özsu ist Vorstandsvorsitzende der Volkshochschule (VHS) Taufkirchen.

Details

  • Datum: 14 Mai
  • Zeit:
    19:00 - 21:30
  • Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort