Viele Künstler waren Ärzte, viele Ärzte wurden Künstler. Es scheint, als würde die intensive Beschäftigung mit dem Mitmenschen den Blick für Wesentliches schärfen. Als Kinderarzt ist mir die nonverbale Kommunikation wichtig, also das, was Kinder und Erwachsene mitteilen, wenn sie nicht sprechen können oder wollen. So war der Schritt zur darstellenden Kunst nicht weit. Mein Konzept lautet ART@WORk, d.h.  Kunst will ausdrücken, bewegen, mitteilen,  wirken: Kunst zum Anschauen, Anfassen, Begreifen.  Als Medien benutze ich anthropomorphe Bronzefiguren, digital transformierte Photographien, mit Musik unterlegte Kurzfilme, Installationen und Bücher. Sie alle laden den Betrachter zur aktiven Mitgestaltung ein. Die Resonanz, zunächst in meiner Praxis, dann auf nationalen und internationalen Ausstellungen, hat mir bewiesen, dass das Konzept trägt. Das Thema Revolution  beschäftigt mich seit langem. Wiederholt sich Geschichte? Fast möchte man es glauben. Revolutionen scheinen unausweichlich, sie sind dramatisch, blutig, voller Enttäuschungen. Oft wird nur eine Gewaltherrschaft durch eine andere ersetzt.

Manche Elemente der Geschichte wiederholen sich mit grausamer Regelmäßigkeit. Mit meinen Figuren (dem Mächtigen, seinen Beratern, den Einflüsterern, den willfährigen Helfern, den Uniformierten, den Handlangern, aber auch den Ratlosen, den Verlorenen), mit Bildern, Kollagen u.a.  versuche ich, Bedingungen der Macht, des Umsturzes, der Revolution darzustellen. Der historische Bezug reicht von der Ersten europäischen  Revolution 1705 in Bayern, dem ungarischen Volksaufstand 1956, der erstaunlich friedlichen Revolution in Osteuropa vor 25 Jahren bis hin zur aktuellen Situation der Ukraine.

Eines meiner Vorbilder ist Francesco Goya, z.B. dessen Gemälde von der Erschießung der Aufständischen in Madrid 1808, in dem die einzige Lichtgestalt die von Napoleons Truppen ermordete Geisel darstellt.