von Dr. Ava Serjouie-Scholz

Kunst ist ein Protest gegen alles was unsere Welt zerstört. Kunst ist ein Protest, weil Künstler an
Schöpfung, und nicht an das Gegenteil glauben. Kunst ist wie wir leben, denken, beobachten, und ein
Kunstwerk erstellen. Kunst ist alles auf was wir Wert legen und wonach wir streben. Kunst ist Frieden, aber
auch ein Kampf bei dem Künstler für ihre Werte und Gerechtigkeit, sowie den persönlichen Ausdruck ihrer
Kunstwerke stehen.
Kunst ist für mich Erstellen, woran ich glaube, und Leben was ich hergestellt habe. Kunst ist
Kommunizieren meiner Werte durch die Sprache der Kunst. Kunst ermöglicht mir, als Frau, nach einer
Besseren und Sicheren Welt für alle Kinder zu streben, auch für die Kinder unserer Feinde.
In meinen Bildern treffen Traum, Fantasie, Wirklichkeit und Poesie aufeinander. Emotionen werden
hervorgerufen durch das Verknüpfen zeitgenössischer persischer Poesie und Kindheitserinnerungen.
Kindheitserinnerungen an alles Vergangene, an alles, was wir erlebt und erfahren haben, an alles was uns
am Herzen liegt, aber unerreichbar scheint. Eine Welt voller Nostalgie, in der jede Kirsche ein Rubin
Ohrring war, und Omas Garten ein heiliger Ort gewesen ist, an dem nichts das Glück erschüttern konnte.
In meiner Installation „im Namen Gottes“ beziehe ich mich als Frau und Mutter auf Gewalt und Unrecht
gegen Frauen und Kinder in der Welt im Namen von Religionen. Jeder Krieg fordert zahlreiche Opfern und
Zivilisten und mehr als die Hälfte sind Frauen oder Kinder. Durch meine neue Installation versuche ich die
Leute darauf aufmerksam zu machen, dass das Unrecht an der Menschheit und dem Frieden durch den
Missbrauch von Religionen geschieht. Frauen und Kindern sind nirgendwo sicher, aber wo Krieg herrscht
sind sie verloren.

von Dr. Corina Toledo

Das Thema Gewalt begleitet mich mein ganzes Leben, und zwar in den unterschiedlichsten
Formen. Die erste Erfahrung hatte ich bei den katholischen, italienischen Nonnen in der Schule
in Chile. Dort wurde uns sehr plastisch erklärt, was Gut und Böse sei, wer in den Himmel oder
in die Hölle kommt. Die Hölle und der Teufel wurden so gut dargestellt, dass ich Alpträume
hatte und mit einer unglaublichen Angst aufwachte. Heute weiß ich, dass das psychische
Gewalt war, so eine Art „seelischer, mentaler Verstümmlung“.
Als erwachsene Frau musste ich lernen, dass Gewalt nicht nur im Namen Gottes gepredigt und
angewandt wird, sondern auch aus zahlreichen anderen Gründen und Motiven. Ich erlebte
Gewalt nicht nur durch die autoritären Strukturen in Staat und Gesellschaft, sondern erkannte
dann den „kleinen Diktator“ im alltäglichen Leben. Dadurch habe ich erlebt, dass in fast allen
Gesellschaften die männliche Vorherrschaft, respektive Frauenfeindlichkeit, weit verbreitet ist.
Feststellen musste ich auch, dass Gewalt ein globales Phänomen bzw. Problem ist. Dass einige
Frauen in Führungspositionen sind, hat bei den androkratischen, patriarchalen Strukturen kaum
etwas geändert. So werden Mädchen und Frauen auch heute noch systematisch von
ökonomischen, politischen, sozialen oder kulturellen Errungenschaften ausgeschlossen. Fast
immer geht es auch um die Kontrolle über den Körper und/oder die Sexualität von Mädchen und
Frauen, was sich durch die Verhüllung oder Enthüllung ihres Körpers zeigt.
Ein Leben in Würde und Frieden zeigt, wie fortgeschritten eine moderne, zivilisierte Gesellschaft
ist. Dieses Ziel sollte für alle Regierungen eine Verpflichtung sein. Ich hoffe auf eine
fundamentale Veränderung, wenn eine gleichwertige Erziehung und Bewusstseinsbildung sowie
Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern hergestellt wird. Denn Frieden und Freiheit sind nur
möglich, wenn Mädchen und Frauen sicher sind.

von Rita Masics

Das Thema Gewalt an Mädchen und Frauen ist eine offene Wundstelle in der Seele aller Frauen unserer
Welt, und so auch in meiner. Ich habe mich damit auseinander setzen mussen, so
habe ich Kunstwerke geschaffen über die verschiedene Gesichter der Gewalt in unsere Gesellschaftstruktur.
Einige Gesichter davon sind die Armut und die Prostitution die speziell den Frauen betrifft.
Prostitution hat meistens mit Armut und Vergewaltigung zu tun, also mit Gewalt.
Frauen die von der Armut betroffen sind, werden leicht in die Prostitution hinein manovriert.
Armut ist Staatsgewalt, denn die ist funktionell für die Kapitalistische Gesellschaftsordnung.
Wir dürfen nicht vergessen dass die drei lukrativste Säule der Wirtschaft sind Waffen, Drogenhandel und
Prostitution, und das System ist nicht bereit darauf zu verzichten.
Wie notwendig die Armut für das System ist, haben wir in den letzten dreißig Jahren erlebt mit der Neoliberale
Revolution, die „ das Armut per Gesetz „ eingeführt hat. In Deutschland sind die Harz – Gesetze gewesen, die
am meisten die Frauen getroffen haben. Ich habe mich mit der Situation beschäftigt und ein
Kunstobjekt geschaffen über die Tafeln. Die Tafeln sind Sammlungsstellen wo die Geschäfte die
unverkaufte Waren liefern, um dann an den Harz IV betroffene verteilt werden zu können. Da steht der Arme
Schlange wie im Krieg, andererseits Armut ist Krieg gegen Menschen.

Diese Stellen befinden sich hauptsächlich hinter den Kirchen. Also, Charity als Machttechnik.
Wenn ich heute zum Sozialamt gehe wundere ich mich immer darüber wie heute das “Armut per Gesetz
„durchgeführte neoliberale Armutspolitik sich stabilisiert hat, es wird nicht mehr in Frage gestellt. Es
ist – Business as usual – geworden. Es ist vergessen worden dass diese Armutsgesetze
durchgeführt wurden von neoliberalen Regierungen der sozialen Unsicherheit. Ausgearbeitet wurden sie von
1973 bis 1996 und dann experimentiert für die neoliberale Revolution. Clinton in die USA 1996
verabschiedete das Gesetz der Wohlfahrt Reform ( das
Wie bereits oben erwähnt wenn ich zur Sozialamt gehe kommen mir die Tränen an der Gedanke an den
Kämpfen die wir damals gemacht haben, und a den unzähligen Menschenschicksale die durch diese Gesetze
zerstört wurden.