Karin Peschau

Künstlerin, Ökofeministin (Italien-Deutschland) 1954 im Harz geboren.

Sie hat einen Sohn und eine Tochter. Frau Peschau hat Politische Wissenschaften und Romanistik studiert, sowie ein akademisches Jahr in Paris verbracht. Mitarbeit bei der Taz im 1. Jahr ihrer Gründung.
Lehrtätigkeit an der TU Berlin und am Goethe-Institut. Studium der Malerei an der Staatlichen Akademie der Künste in Italien. Sie organisiert transkulturelle Kunstprojekte, Kunstseminare und Workshops
für Frauen. Frau Peschau hat im In-und Ausland ausgestellt.

Kulturraub – das Erbe der Ahninnen “Ethnisch” ist IN. Am besten zu Spottpreisen. Ledergürtel und -sandalen, Taschen, reich bestickt, Kleider, Pullover, Jacken mit südamerikanischen, afrikanischen oder
asiatischen Mustern, alles für wenige Euro erhältlich. Schneller und schneller dreht sich das Rad, heut gekauft, morgen auf den Müll. So in der westlichen Welt. Im Rest der Welt, die Kehrseite der
Medaille: Vorwiegend Frauen produzieren diese Waren zu Billigstlöhnen, Symbole Jahrtausende alter Kulturen werden nach Belieben verwendet, als wären diese Allgemeingut. Tatsächlich sind in Symbolen, die im
Kunsthandwerk ihre Umsetzung erfahren, die spirituelle Geschichte eines Volkes enthalten, oft verbunden mit dem, was diesem als Heiligstes gilt, oft über die mütterliche Linie weitergegeben.
Ganz anders wird dieses Gut in der westlichen Ausbeuterkultur gehandhabt: Chic muss es aussehen, billig muss es sein, den Appetit auf Neues anregen und befriedigen, jedenfalls für den Moment. Auf
Teufel komm raus. Wie können wir dem unersättlichen Moloch Einhalt gebieten?

Karin_Peschau