„Die Wahrnehmung von Frauen“ in westlichen und muslimischen Gesellschaften

Schirmfrau: Frau Nükhet Kivran, Vorsitzende des Ausländerbeirats der Landeshauptstadt München

All das von den KünstlerInnen, im Bezug auf die Wahrnehmung von Frauen in westlichen und muslimischen Gesellschaften, Gelebte, Gefühlte oder Gedachte können die BesucherInnen plastisch in Bildern und Skulpturen sehen, wahrnehmen und fühlen. Damit wird in dieser internationalen Kunstausstellung ein anderer wichtiger Aspekt sichtbar: Die Migrationsgeschichte der in München, Bayern, Deutschland und Euro­pa lebenden Künstlerinnen und Künstler, die als denkende und handelnde Subjekte Anstö­ße für einen Bewusstseinswandel, ja gar für eine Erneuerung in dieser Gesellschaft geben.

Die individuelle Persönlichkeit jedes Menschen ist von Werten und Lebensvorstellungen geprägt. Die Teilhabe an solchen gemeinschaftlichen Aktivitäten und Interaktionen fördern die Integration und Partizipation in der neuen Gemeinschaft. So besteht die Möglichkeit, dass jede Person sich – ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Klasse, Rasse oder ihres Alters – entfalten kann.

Die Ausstellung eröffnet mit einer Vernissage am  Samstag, den 8. März um 18.30 Uhr.

 

Ablauf:

  • Einführung: Dr. Corina Toledo
  • Grußwort: Frau Nükhet Kivran, Vorsitzende des Ausländerbeirates
  • Vortrag: Prof. Dr. Claudia von Werlhof, anschließend Musik und Fingerfood

Bei der Vernissage gibt es Kinderbetreuung! Bei allen Veranstaltungen wird um Anmeldung gebeten unter artista48@gmx.de

Den Ausstellungskatalog können Sie sich am Ende der Seiten downloaden.

Die Thematik dieser Ausstellung fanden diverse Künstlerinnen und Künstler aus Südamerika, Europa, Nordafrika und Vorderasien so interessant, dass sie an der Ausstellung mitwirken wollten. So entstand diese internationale Kunstausstellung.

Mein Blick hatte sich auf das weibliche Dasein im Patriarchat der Moderne gerichtet, das heißt auf die Dominanz der Männer im Allgemeinen und auf die Herrschaft einer Handvoll weißer Männer über praktisch alle Lebensbereiche. Im 20. Jahrhundert schien es so, als sei das Jahrhundert der Frauen angebrochen: In vielen Ländern gelang es den Frauen, sich selbst als kämpferische, denkende und handelnde Subjekte wahrzunehmen und als solche wahrgenommen zu werden. Die mühsam erkämpfte juristische Anerkennung einiger wichtiger Rechte innerhalb der Nationalstaaten erlaubte es immer mehr Frauen auf der Welt, eigene Lebensentwürfe zu entwerfen und diese auch zu leben. Heute ist es de jure möglich, dass Frauen selbst höchste Ämter der männlich konzipierten und etablierten Dominanzstrukturen besetzen. Diese Möglichkeiten haben sich jedoch nicht in eine fundamentale Verbesserung der Lebensumstände der meisten Frauen umgesetzt. Im Gegenteil, de facto sind in den letzten Jahrzehnten Rückschritte in der Frauenbewegung festzustellen. Mehr als jemals zuvor ist die Armut weiblich; Prostitution und der damit einhergehende Frauenhandel wie auch private und öffentliche Gewalt gegen Frauen haben zugenommen.  Bei dieser androkratischen Dominanz konstatieren wir, dass in muslimischen Gesellschaften die Frau fast überall strengen religiösen Regeln unterworfen ist: Ihr Körper – als Objekt der Begierde – wird unter einer Verhüllung – Dschilbab, Tschador oder Burka – versteckt. Währenddessen hat „das frauenverachtende westliche Patriarchat (…) seine Tätigkeitsfelder von der Religion auf den Warenmarkt des Kapitals verlagert“, wie die Frauenforscherin Gudrun Nositschka erklärt. Und dem prägnanten Satz von Frau Prof. Dr. Claudia von Werlhof im vorliegenden Ausstellungskatalog entnehmen wir: „Die muslimische Frau wird als Gebrauchswert, die westliche bereits nur mehr als Tauschwert – als Ware wahrgenommen.“ In diesem Sinne angeregt, haben die hier vertretenen Künstlerinnen und Künstler Rolle, Funktion oder Darstellung von Frauen reflektiert, analysiert oder gefühlt. Somit sind in die präsentierten Kunstwerke die individuellen Perspektiven und Ideen, Emotionen und Erfahrungen eingeflossen.

 

Als Autorin und Organisatorin des Kunstprojektes bedanke ich mich ganz besonders bei den Künstlerinnen und Künstlern für ihre Begeisterung, die mich wiederum motivierte, das Projekt voranzutreiben. Ganz herzlich möchte ich auch der Frauenforscherin Prof. Dr. Claudia von Werlhof danken für die Verbindung von Kunst und Politik und dass sie so schnell zusagte, bei der Vernissage einen Vortrag zum Thema zu halten.

Für das entgegengebrachte Vertrauen und die individuelle Unterstützung bedanke ich mich explizit bei:

  • Frau Nükhet Kivran, unsere Schirmfrau und Vorsitzende des Ausländerbeirats
  • Frau Christina Eder, Kulturreferat der Landeshauptstadt München
  • Frau Gabriele Nuß, Gleichstellungsstelle der Landeshauptstadt München
  • Frau Gudrun Nositschka, Gerda-Weiler-Stiftung, Mechernich
  • Frau Dr. Julia Schmitt-Thiel, Geschäftsleitung der Mohr-Villa Freimann

Wir Künstlerinnen und Künstler möchten uns nicht zuletzt bedanken bei all den Personen, Institutionen und Organisationen, die uns bei der Konkretisierung der Ausstellung finanziell und personell unterstützt haben.