Tunesien

Lyrikerin, Übersetzerin

Kaouther Tabai ist 1964 in Tunis geboren. Sie kam 1983 nach München, um Informatik an der Technischen Universität zu studieren und lebt heute noch dort. Sie schreibt in Arabisch und Deutsch und übersetzt literarische Texte, vor allem Lyrik. In zahlreichen teilweise sehr persönlichen Kurzgeschichten gelingt es Kaouther Tabai in ihrem Erzählband „Jasminknospen – Von Tunesien nach Deutschland… und dann?“ die Konflikte der arabischen Welt, das Hin-und-Hergerissen-Sein der Jugend zwischen ängstlich-trotzigem Fundamentalismus und Globalisierung, die sozialen und politischen Probleme und die mit dem arabischen Frühling verbundenen Hoffnungen begreifbar zu machen.

Was auf den ersten Blick nach Frauen- oder Migrantenliteratur aussieht, ist ein Schreiben über den Menschen von heute, mit Tiefgang und dem unverkennbaren „Tabai-Humor“, den man aus ihrem erfolgreichen Erstlingswerk „Das kleine Dienstmädchen“ kennt – Ganz gleich ob die Handlung am Neuhauser Rotkreuzplatz oder im Souk-Labyrinth der Medina von Tunis, am Münchner Hauptbahnhof, am Strand von Rimini, in den Gassen von Cordoba oder auf der Insel Sylt spielt. Vor, während oder nach dem sogenannten „arabischen Frühling“.